Östrogen und das Herz: Was du wissen solltest, bevor es relevant wird
Warum das kardiovaskuläre Risiko nach der Menopause steigt – und was du jetzt tun kannst.
Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen weltweit. Nicht Brustkrebs – Herzkrankheiten. Das ist eine Tatsache, die viele überrascht. Und eine weitere: das Risiko steigt nach der Menopause deutlich und messbar an.
Wie Östrogen das Herz-Kreislauf-System schützt
Östrogen hat mindestens fünf direkt kardioprotektive Effekte: Es wirkt gefäßerweiternd, senkt LDL- und erhöht HDL-Cholesterin, reduziert Entzündungsmarker, schützt Herzmuskelzellen vor oxidativem Stress und reguliert das autonome Nervensystem.
Eine Analyse der Nurses' Health Study zeigt: das Herzerkrankungsrisiko von Frauen nach der Menopause entspricht dem von Männern, die 10 Jahre älter sind.
Was das für die Perimenopause bedeutet
Die relevanten Veränderungen beginnen lange vor einem Herzinfarkt – mit subtilen Verschiebungen: leicht erhöhter Ruhepuls, sinkende HRV, beginnende Blutdruckschwankungen. Die SWAN-Studie zeigte: bereits in der frühen Perimenopause beginnen sich kardiovaskuläre Biomarker zu verschieben.
Was du jetzt tun kannst
Bewegung ist Prävention. 150 Minuten moderate aerobe Bewegung pro Woche senken Blutdruck, verbessern Cholesterinwerte und erhöhen HRV.
Schlaf ist Prävention. Chronischer Schlafmangel erhöht CRP und Blutdruck.
Laborwerte kennen. Einmal jährlich: Gesamtcholesterin, HDL, LDL, Triglyceride, Blutdruck, Nüchternglucose.
Mit der Ärztin sprechen. Perimenopausale Frauen mit Risikofaktoren sollten proaktiv über kardiovaskuläre Prävention sprechen.
Das Herz ist nicht das Zielorgan der Menopause, das wir zuerst denken. Aber es ist das wichtigste.
Quellen: Colditz GA et al., Nurses' Health Study, NEJM, 1987 / SWAN Study Investigators, JAMA Cardiology, 2021 / ESC Guidelines on Cardiovascular Disease Prevention, 2021 / NAMS 2022 Hormone Therapy Position Statement