Sexuelle Gesundheit · 6 Min.

Libido und Intimität in der Perimenopause: Was sich verändert – und was du darüber wissen solltest

Über Libidoverlust wird selten gesprochen – dabei betrifft er bis zu 40% der Frauen.

Über Libidoverlust in der Perimenopause wird selten gesprochen – weder in der Arztpraxis noch im Freundeskreis. Dabei betrifft er bis zu 40% der Frauen und ist einer der Hauptfaktoren für Beziehungszufriedenheit und Lebensqualität.

Was sich biologisch verändert

Drei Hormone sind beteiligt: Östrogen, Progesteron und Testosteron. Östrogen beeinflusst die vaginale Schleimhaut direkt: weniger Feuchtigkeit, dünner werdendes Gewebe. Das macht Sex häufig unangenehm oder schmerzhaft – und schmerzhafter Sex führt zu Vermeidung.

Was darüber hinaus eine Rolle spielt

Körperbild, Schlafqualität, Beziehungsdynamik, Stress und psychische Gesundheit beeinflussen Libido bei Frauen stärker als bei Männern.

Was wirkt

Lokales Östriol (Vaginalgel oder -zäpfchen) ist der wirksamste Ansatz gegen vaginale Trockenheit – und gilt laut aktuellem Konsens auch bei Frauen mit Mammakarzinom in der Vorgeschichte als sicher, weil die systemische Resorption minimal ist.

Hyaluronsäure-basierte Gele sind eine wirksame nicht-hormonelle Alternative bei leichten bis mittleren Beschwerden. Regelmäßige sexuelle Aktivität erhält die Durchblutung und Gewebegesundheit.

Frag direkt: „Gibt es eine Behandlung für vaginale Trockenheit und veränderte Libido?" Es gibt sichere, wirksame Optionen ab dem ersten Tag.

Quellen: NAMS 2020 Genitourinary Syndrome Position Statement / Stuenkel et al., 2015 / Davis et al., 2019