Evidenz · 6 Min.

Wearable-Daten in der Gynäkologiepraxis: Was klinisch verwertbar ist

HRV, Schlaf, Ruhepuls – was sagen diese Daten, und wie nutze ich sie im Gespräch?

Immer mehr Patientinnen kommen mit Daten aus Apple Watch, Garmin oder Oura Ring. Die häufigste Reaktion: Unsicherheit. Was davon ist klinisch relevant? Was ist Rauschen?

Was die Evidenz sagt

HRV (Herzratenvariabilität): Validiert als Marker für autonome Funktion. Sinkt messbar bei erhöhtem Stresslevel, schlechtem Schlaf und vasomotorischen Episoden. Consumer-Wearables (Apple Watch, Polar) haben in Validierungsstudien RMSSD-Werte mit klinischen Geräten korrelieren.

Ruhepuls: Stark reliabel gemessen, klinisch gut interpretierbar. Erhöhter Ruhepuls (>80 bpm) über mehrere Wochen ist ein kardiovaskulärer Risikomarker – unabhängig von der Hormonsituation.

Schlafstadien: Weniger reliabel als klinische PSG, aber Trends (Gesamtschlafdauer, nächtliche Unterbrechungen) sind valide und klinisch informativ.

Frage nicht: „Was sagt Ihre Apple Watch?" Frage: „Haben Sie beobachtet, wie sich Ihr Schlaf in den letzten Wochen verändert hat?" Dann nutzen Sie die Daten zur Illustration, nicht als Diagnose.

Was SYNA-Reports liefern

SYNA-Reports kombinieren Wearable-Trends mit validierten Symptom-Scores (MRS-II) und zeigen Korrelationen: z.B. HRV-Einbrüche korreliert mit Tagen mit hoher Hitzewallung-Intensität. Das ist klinisch diskutierbar – auch wenn es kein Diagnosebefund ist.

Quellen: Perez, M.V. et al. (2019). Large-Scale Assessment of a Smartwatch to Identify AF. NEJM. / Dunn, J. et al. (2018). Wearable sensors enable personalized predictions of clinical laboratory measurements. Nature Medicine.

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